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Hofübergabeberatung

Erstellung von Ertragswertgutachten

Das Ertragswertverfahren wird herangezogen, um einen landwirtschaftlichen Betrieb für eine Hofübergabe oder Eheauseinandersetzung zu bewerten.

1. Bewertung landwirtschaftlicher Betrieb

Grundlage zur Wertermittlung des Unternehmensvermögens ist der § 2049 BGB. In diesem wird die Bewertung eines Landguts durch das Ertragswertverfahren bestimmt.

Die Berechnung ist angelehnt an das in den §§ 200 - 203 BewG beschriebene Verfahren zur Ermittlung des vereinfachten Ertragswertes. Als Datengrundlage dient der betriebswirtschaftliche Gewinn bereinigt um alle zeitraumfremden sowie außerordentlichen Erträge und Aufwendungen. Anschließend erfolgt eine Neutralisierung der Produktionsfaktoren Boden, Arbeit und Kapital. Zudem wird der Ertragssteueraufwand abgezogen. Auf den so ermittelten Reinertrag wird ein Multiplikator angewendet, welcher abhängig vom Bundesland ist. Um den Wert des landwirtschaftlichen Betriebes zum Stichtag zu beurteilen, wird der Ertragswert um bestehende Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und einen möglichen Investitionsrückstand korrigiert.

Der Ertragswert des Wohnhauses wird in Anlehnung der §§ 179 – 188 BewG ermittelt. Hierbei werden von den potenziellen Mieteinnahmen die pauschal ermittelten Bewirtschaftungskosten abgezogen.

 

2. Bewertung lebenslange Altenteilsleistung

Die jährliche Altenteilsleistung wird ab Zahlungsbeginn bis zur ermittelten Lebenserwartung mit einem Zinsansatz von 2,5 % kapitalisiert. Als Zahlungsbeginn ist der zu erwartende Renteneintritt der Hofübergeber eingesetzt. Die Lebenserwartung wird durch Daten des Statistischen Bundesamts ermittelt.

 

3. Gesamtvermögen des Unternehmens

Der Ertragswert des Unternehmens und der Ertragswert des Wohnhauses ergeben das Gesamtvermögen. Dieser wird um das Wohnrecht, die Abzinsung des Ertragswertes des Wohnhauses, die Altenteilsleistung und um mögliche Vorleistungen des Hofnachfolgers, die bereits vor Betriebsübergabe in den Betrieb eingeflossen sind, reduziert.

 

4. Aufteilung Vermögen

Das aufteilbare Gesamtvermögen wird durch die potentiellen Erben geteilt und mit bereits erhaltenem Vorempfang verrechnet. Der erhaltene Vorempfang wird ab dem Zeitpunkt des Erhalts mit 1,1 % kapitalisiert. Der Restanspruch beziffert den noch auszugleichenden Erbanspruch.